Heute erzähle ich euch von einem ganz besonderen Ausflug, den wir vor ein paar Wochen unternommen haben.

Wir sind relativ früh von uns bis ins Trentino gefahren. Genau gesagt, bis nach Gionghi. Dort haben wir am Parkplatz des Parco Palù unser Auto abgestellt und sind dann zu Fuss weiter bis zum Einstieg des „Drachenweges“ gegangen. Der Weg ist gut ausgeschildert und angenehm zu laufen. Der Winter lässt erahnen, wie wunderschön und üppig grün es in den warmen Jahreszeiten hier sein muss. Nach einer angenehmen halben Stunde mässig Bergauf, sind wir dann beim Drago di Vaia angekommen. Und ich kann euch sagen, er ist fenomenal. Mit seinen 16Metern länge und 7Metern höhe thront er über dem Dorf Magre und verkündet eine Botschaft. Denn vor ihm stand schon mal ein Drache an dieser Position. Ein wohlwollender Drache von Martalar. Doch leider wurde dieser, ob durch Unachtsamkeit, oder durch puren Vandalismus nicht bekannt, Opfer eines Brandes. Und so ist der heutige Drache nicht mehr der „Freund“ des Menschen, sondern ein Mahnmal, ein Symbol der Wiedergeburt und Resilienz. Es soll uns daran erinnern, dass wir der Natur achtsam und demütig entgegen treten sollen. Nachdem wir uns den Drachen genau angeschaut haben, ging es weiter über das Dorf Magre zurück zum Parco Palù.


Aber nein, wir hatten noch nicht genug, und haben uns gleich noch eine der bekannten Holzwerke angeschaut und zwar den Cervo di Vaia. Dieser steht auf den Almen von Millegrobbe. Einem Hochplateau, welches im Winter herrliche Langlaufstrecken präsentiert und in den warmen Monaten wunderbare Wandermomente durch saftige Wiesen schenkt. Der Hirsch ist frei zugänglich und nur wenige Gehminuten vom Parkplatz entfernt. Vom Drachen bis zum Hirsch sind es ca. 12 km Entfernung und gut zusammen machbar.
Natürlich war uns das immer noch nicht genug und da alle guten Dinge drei sind, sind wir weiter nach Vetriolo auf ca.1500Meter Höhe gefahren. Dort liegt auch das höchste Thermalbad Europas. Vom Parkplatz geht es dann einen Forstweg bis auf 1600Meter. Nach diesem kurzen Fußmarsch entdeckt man Sie: Die Lupa del Lagorai. Anmutig reckt die Wölfin ihr Haupt gen Himmel unter ihr ein atemberaubender Blick über die Valsugana mit seinen beiden Seen, den Caldonazzo See und den Levico See.

Vaia und der Künstler Martalar
Am 29.Oktober 2018 wurden im Trentino durch ein Orkantief mit mehr als 200km/h tausende von Hektar Wald zerstört. Dieser Sturm bekam den Namen Vaia.
Martalar, der Holzkünstler hinter den Skulpturen verwendete für seine Werke die zerstörten Bäume Vaias. Wie bei allen seinen Werken benutzte Martalar weder Lacke noch Öle und so verschwinden die Werke irgendwann quasi von selbst durch die Kräfte der Natur.

Mein Fazit: Ein Ausflug der sich lohnt, auch wenn die Fahrt etwas länger ist. Also bei eurem nächsten Besuch bei uns, fragt nach und wir planen gerne die perfekte Route mit euch.

